© INBILD Anna Pailer
Mit Schule am Bauernhof werden landwirtschaftliche Betriebe zu spannenden Erlebnis- und Lernorten für Kindergärten und Schulklassen. In einer zunehmend von Globalisierung geprägten Welt wissen viele Kinder und Jugendliche nur noch wenig über die Herkunft ihrer Lebensmittel. Auf dem Bauernhof erleben sie hautnah, wie vielfältig die heimische Landwirtschaft ist und wie aus der Arbeit unserer Bäuerinnen und Bauern hochwertige Lebensmittel entstehen.
Im Sinne dieser Zielsetzung ist es besonders wichtig, dass „Schule am Bauernhof“ von aktiv wirtschaftenden landwirtschaftlichen Betrieben mit regionaltypischer Bewirtschaftung angeboten wird.
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Mit Hirn, Hand und Spaß lernen

Bei Schule am Bauernhof werden die Kinder und Jugendlichen aktiv in bäuerliche Tätigkeiten, wie Brotbacken, Imkerei, Aussaat und Ernte von Getreide, Gemüse sowie Erdäpfel eingebunden. Das selber Tun und das genussvolle Verkosten begeistert kleinere wie auch größere Kinder und fördert ein gesundes, eigenverantwortliches Essverhalten. Lebensmittel werden mehr geschätzt, wenn erlebt wird, wie viel Aufwand und Verantwortung in der Produktion stecken.

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Bildung für die Konsumentinnen und Konsumenten von morgen

Bei den Programmen von Schule am Bauernhof erfahren Kinder und Jugendliche, woher ihre Lebensmittel kommen und wie sie erzeugt werden. Sie lernen den verantwortungsvollen Umgang mit Natur und Tieren kennen und entdecken den Wert regionaler Lebensmittel. Dieses Wissen hilft ihnen, bewusste Kaufentscheidungen zu treffen und sich als verantwortungsvolle Konsumentinnen und Konsumenten von morgen für Qualität, Regionalität und Nachhaltigkeit zu entscheiden.
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Wissen erfolgreich weitergeben

Kinder, Jugendliche und Pädagog:innen bringen ganz unterschiedliche Vorstellungen von Landwirtschaft mit. Geprägt werden diese durch Medien, Werbung, Bücher, das persönliche Umfeld und eigene Erfahrungen. Die Aufgabe der Schule am Bauernhof-Anbieter:innen besteht darin, authentische Einblicke zu vermitteln und Erfahrungen zu ermöglichen, die bestehende Bilder erweitern, hinterfragen und schärfen. So wird Landwirtschaft erlebbar, verständlich und greifbar.

Wer Freude an der Landwirtschaft und am Umgang mit Kindern und Jugendlichen mitbringt, erfüllt bereits die wichtigsten Voraussetzungen für die Tätigkeit als Schule am Bauernhof-Anbieter:in. Ziel ist es, jungen Menschen die bäuerliche Lebens- und Arbeitswelt authentisch näherzubringen und ihnen spannende Lernerfahrungen am Hof zu ermöglichen.

Die fachliche Grundlage dafür bildet der Zertifikatslehrgang Schule am Bauernhof. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein aktiv bewirtschafteter landwirtschaftlicher Betrieb. Zudem müssen eine landwirtschaftliche Ausbildung oder entsprechende Praxiserfahrung nachgewiesen werden.

Nach erfolgreichem Abschluss des Lehrgangs, der SVS-Sicherheitsberatung sowie eines Betriebschecks erfolgt die Aufnahme in das Projekt. Mit der Unterzeichnung des Lizenzvertrags wird der Betrieb offiziell Teil von Schule am Bauernhof und ist berechtigt, die Marke zu führen und Bildungsangebote unter diesem Qualitätszeichen anzubieten.

Schule am Bauernhof steht für hochwertige Bildungsangebote. Die folgenden Kriterien sorgen für ein sicheres, pädagogisch wertvolles und authentisches Lernerlebnis sowie für die kontinuierliche Weiterentwicklung des Angebots.

  • Zertifikatslehrgang Schule am Bauernhof
  • Betriebscheck nach bundesweiten Kriterien
  • SVS-Sicherheitsberatung
  • Regelmäßige Weiterbildungen der Anbieter:innen
  • Erste Hilfe Kurs
  • Hygieneschulung
  • Kinderschutzschulung
  • Evaluierung der Lehrausgänge

Der Zertifikatslehrgang Schule am Bauernhof ist die Voraussetzung, um Bildungsangebote im Rahmen von Schule am Bauernhof am eigenen Betrieb anzubieten. Er wird von den Ländlichen Fortbildungsinstituten (LFI) der jeweiligen Bundesländer durchgeführt und vermittelt das notwendige Wissen für die erfolgreiche Planung und Umsetzung von Bauernhofprogrammen für Kindergärten und Schulklassen.

Die Teilnehmer:innen erwerben sowohl fachliche als auch pädagogische Kompetenzen, um Kindern und Jugendlichen die Landwirtschaft authentisch, sicher und altersgerecht näherzubringen. Neben organisatorischen und rechtlichen Grundlagen stehen vor allem die Entwicklung eigener Programme, Kommunikation sowie der Umgang mit Gruppen im Mittelpunkt.

Inhalte des Lehrgangs

Modul 1: Rahmenbedingungen (32 UE)

  • Projektvorstellung
  • Recht und Steuern
  • Sicherheit am Bauernhof
  • Hygiene
  • Erste Hilfe
  • Kinderschutz

Modul 2: Kommunikation und Konfliktmanagement (12 UE)

Modul 3: Angebotsgestaltung (40 UE)

  • Pädagogische, didaktische und methodische Grundlagen
  • Entwicklung und Gestaltung von Bauernhofprogrammen
  • Erstellung eines individuellen Drehbuchs für den eigenen Betrieb
  • Vermarktung des Angebots

Modul 4: Abschluss (8 UE)

  • Erstellung einer schriftlichen Abschlussarbeit
  • Präsentation des eigenen Konzepts bzw. Praxistag

Zeitlicher Umfang: 92 Unterrichtseinheiten

Erlangung des Zertifikats

Für den erfolgreichen Abschluss des Lehrgangs sind folgende Voraussetzungen zu erfüllen:

  • Mindestens 80 % Anwesenheit
  • Positive Beurteilung der Abschlussarbeit
  • Erfolgreiche Präsentation bzw. Teilnahme am Praxistag

Betriebs- und Sicherheits-Check

Nach dem Lehrgang erfolgt die Überprüfung des Betriebs hinsichtlich der Voraussetzungen für die Durchführung von Schule am Bauernhof. Im Rahmen des Betriebs-Checks wird festgestellt, ob der Hof für den Empfang von Kindergarten- und Schulgruppen geeignet ist. Zusätzlich ist eine Sicherheitsberatung durch die SVS erforderlich. Die Sicherheitsplakette wird empfohlen. Der positive Abschluss des Betriebs- und Sicherheits-Checks ist Voraussetzung für die Aufnahme in das Projekt und die Durchführung von Schule am Bauernhof am eigenen Betrieb.

Die Lehrausgänge im Rahmen von Schule am Bauernhof zählen zu den agrarpädagogischen Maßnahmen und werden über den GAP-Strategieplan Österreich 2023 bis 2027 aus öffentlichen Mitteln gefördert. Die Förderung dient dazu, die Bildungsleistung der teilnehmenden Bäuerinnen und Bauern abzugelten. Für Lebensmittel, Materialien oder besondere Programminhalte können bei Bedarf individuelle Teilnahmebeiträge eingehoben werden.

Nähere Information und Auskünfte gibt es bei den jeweiligen Projektverantwortlichen in ihrem Bundesland.

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